Offener Brief an Bürgermeister Michael Ludwig
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Wien versteht sich seit jeher als Kulturstadt – als Ort, an dem Theater, Museen, Konzerthäuser und Kinos allen Wienerinnen und Wienern offenstehen sollen. Diesem Anspruch sind Sie als Bürgermeister und Landeshauptmann in besonderer Weise verpflichtet, gerade jetzt, wo nach zahlreichen Teuerungen viele Menschen in dieser Stadt ohnehin genau nachrechnen müssen, wofür ihr Geld noch reicht.
Umso mehr führen Berichte zu Unsicherheiten, wonach derzeit an einer sogenannten Kultursteuer gearbeitet wird. Demnach wird eine neue Landesabgabe auf Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen geprüft – entweder als prozentueller Aufschlag oder als fixer Betrag pro Karte. Mit dieser geplanten „Kultursteuer“ soll somit erneut eine zusätzliche Belastung geschaffen werden, die auch für zusätzliche Bürokratie sorgt.
Auch die Vorgehensweise und Kommunikation schürt Verunsicherung unter Betroffenen und sorgt für eine fehlende Planungssicherheit. Namhafte Vertreter aus der Szene sprechen von einer existenzbedrohenden Situation und warnen vor der abschreckenden Wirkung der Erhöhung beziehungsweise, dass der Schaden den Nutzen übersteigt.
Herr Bürgermeister, wir fordern Sie auf, von diesem Vorhaben Abstand zu nehmen. Wien hat als internationale Kulturmetropole einen Ruf zu verlieren. Unsere Stadt lebt von einem einzigartigen kulturellen Angebot und von den kulturinteressierten Wienerinnen und Wienern sowie Gästen aus aller Welt, die genau deshalb nach Wien kommen.
Nehmen Sie die „Kultursteuer“ zurück und schützen Sie Wiens Kulturstandort statt ihn mit neuen Abgaben zu belasten.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Figl
Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei
